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TV goes online – Teil 2: Mit Social Media auf der Suche nach dem Publikum

Stück für Stück erscheint hier mein Beitrag für den Band "Einfach Fernsehen? Zur Zukunf des Bewegtbilds" aus dem Hause Grimme. Und los geht's mit Teil 2.

Und damit wären wir auch schon mitten in der zweiten großen Herausforderung. All die vielen technischen Spielereien, Möglichkeiten und Entwicklungen verstellen nämlich leider den Blick auf das, was wirklich wichtig ist: den Inhalt. Mehr noch als um die Frage, ob man seine Videos nun bei YouTube oder Facebook einstellt, geht es zunächst einmal darum, einen neuen erzählerischen Zugang zur neuen Medienrealität des Publikums zu finden.
Man sollte sein Publikum kennen, wissen wo es sich aufhält und warum es sich eigentlich mit einem Inhalt auseinandersetzen sollte. Das Angebot ist schließlich groß genug. Nur weil man jetzt auch was mit Internet macht, wird eine Sendung noch lange nicht begehrlich. Thomas Gottschalk kann nach seinem Ausflug in den ARD-Vorabend ebenso ein Lied davon singen wie mancher TV-Produzent, der bei YouTube einen der sogenannten Original Channels ergattert hat, durch die das Videoportal mit eigenen Inhalten punkten will….


Bild: MTV/Frank Waberseck/Rocket Beans

Hamburg rockt im Verborgenen: In der Nische weltberühmt

Erstaunlich: Da gibt es seit acht Jahren eine Sendung, die macht genau das, was heute alle wollen: Inhalte im Fernsehen so erzählen, dass sie für eine junges Publikum cool, spannend und extrem unterhaltend sind. "Game One" bei MTV schafft mit Leichtigkeit, wobei sich andere eher schwer tun: Sie verbindet Information und Unterhaltung mit Leidenschaft und jeder Menge Referenzen auf popkulturelle Welten. Die Crux für viele: Mit Games, Memes und allgegenwärtiger Vernetzung ist die Popkultur heute eine völlig andere als noch vor rund zehn Jahren. Crossmedia ist kein Handwerk, keine Technik. Crossmedia ist eine Haltung. Es geht um Lebenswelt und persönliche Definiton des Begriffs Interaktion, wenn man heute Fernsehen für die digtale Welt machen will….


Bild: photocase.com / trt

TV goes online – Teil 1: Fernsehen und Internet werden Freunde

Wer hätte nach den ersten schwerfälligen Jahren gedacht, dass Fernsehen und Internet doch noch Freunde werden können? Nachdem das Gros der Fernsehmacher mit den Inhalten und neuen Wirkweisen im Netz anfangs nicht viel mehr anzufangen wusste, als Twitter-Einträge vorlesen zu lassen oder komische Filmchen aus Videonetzwerken zu Fernsehsendungen aufzupusten, scheint sich die Branche nun nach und nach für die neuen Möglichkeiten zu erwärmen, die das Netz mit seinen neuen Kommunikationsformen in Unterhaltung, Information und Fiktion bietet. Schlagworte wie Transmedia und Social TV geistern durch die Branche und erwecken den Eindruck, Fernsehen und Netz müssten neu erfunden werden. Dabei geht es eigentlich nur darum, die Schnittstellen auf inhaltlicher und produktioneller Ebene sichtbar zu machen und mediengerecht zu bespielen.

Während sich das klassische Fernsehgeschäft in jahrzehntelang eingeübten Strukturen und Routinen bewegt – von der Teamzusammensetzung über Herstellungswege bis zu den Abnahme- und Entscheidungsprozessen – ist die Verknüpfung des Programms mit dem Netz für viele Produzenten, Redakteure und Entscheider noch Neuland im merkelschen Sinne. Vor allem auf drei Ebenen gilt es, sich gedanklich auf eine neue Zeit einzulassen, will man Netz und Fernsehen so zusammenbringen, dass Inhalte und Storytelling funktionieren und somit der Grundstein gelegt ist, damit das Publikum zumindest ansatzweise die Möglichkeit hat, sich auch dafür zu begeistern….


KNDM

Mensch Konnie – Als ich für “Clap” Konstantin Neven Dumont getroffen habe

Frühjahr 2011. Nach fragwürdigen Debatten und einem offenen Showdown war in der Medienbranche das Interesse an Verleger-Sohn Konstantin Neven Dumont groß. Was wird er als nächstes tun? Bekannt war, dass er für viel Geld eine Videoausrüstung gekauft hat, um damit weltverbesserndes TV im Netz zu machen. Nicht bekannt war, wie das eigentlich genau aussehen soll. Für das Magazin “Clap” bin ich nach Bergisch Gladbach gefahren und habe nachgeschaut und nachgefragt. Und was gab es wohl zu trinken? Genau: Das gefilterte Brunnenwasser, das es schon bis in den “Spiegel” geschafft hat.