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Bild: MTV/Frank Waberseck/Rocket Beans

Hamburg rockt im Verborgenen: In der Nische weltberühmt

Erstaunlich: Da gibt es seit acht Jahren eine Sendung, die macht genau das, was heute alle wollen: Inhalte im Fernsehen so erzählen, dass sie für eine junges Publikum cool, spannend und extrem unterhaltend sind. "Game One" bei MTV schafft mit Leichtigkeit, wobei sich andere eher schwer tun: Sie verbindet Information und Unterhaltung mit Leidenschaft und jeder Menge Referenzen auf popkulturelle Welten. Die Crux für viele: Mit Games, Memes und allgegenwärtiger Vernetzung ist die Popkultur heute eine völlig andere als noch vor rund zehn Jahren. Crossmedia ist kein Handwerk, keine Technik. Crossmedia ist eine Haltung. Es geht um Lebenswelt und persönliche Definiton des Begriffs Interaktion, wenn man heute Fernsehen für die digtale Welt machen will.

Kürzlich hatte ich das Vergnügen die Rocket Beans – die Produktionsfirma hinter "Game One" – in Hamburg zu besuchen. Aus meinem langen spannenden Gespräch mit Etienne Gardé – einem der Köpfe bei und hinter "Game One" – ist ein Interview entstanden, das in voller Länge bei DWDL.de zu lesen ist. Los geht's…

Herr Gardé, auch wenn mit Joko, Klaas und Jan Böhmermann momentan andere Fernsehmacher im Fokus der Freshness stehen: Sie produzieren und moderieren schon seit drei Jahren erfolgreich Game One für die MTV-Sender und sind Gesellschafter von Rocket Beans Entertainment. Wie macht man erfolgreich Fernsehen für junge Leute?

Erfolgreiches junges Fernsehen ist authentisches Fernsehen mit viel Selbstironie und Selbstbewusstsein im Sinne des Wortes: Man ist sich dessen bewusst, was man gerade macht. Das ist ein großer Faktor bei Sendungen wie „Circus Halli Galli“, „Neo Magazin“ ober eben „Game One“. Da kommt kein gelackter Showmaster die Treppe runter und verspricht eine kunterbunte Welt, in der alles fehlerlos abläuft und Pannen einfach weggelächelt werden. Das hat etwas sehr Befreiendes, weil Fernsehen dadurch näher an das Leben rückt. Identifikation und Glaubwürdigkeit steigen. Das sind wichtige Faktoren für junge Zuschauer.

Klingt einfach, ist aber für viele Redaktionen und Produktionen offenbar nicht ohne Weiteres umzusetzen. Woran liegt das? Welche Rolle spielen hier Zeitgeist und Generation?

Das liegt auch daran, dass die Strukturen nicht immer homogen sind. Wie oft hört man als Redakteur oder Produktionsfirma Sätze wie „Das kann man so nicht machen“ oder „Das muss aber so und so sein, weil das immer schon so war“. Irgendwo gibt es immer jemanden, der glaubt, es besser zu wissen – obwohl er von der Zielgruppe möglicherweise viel weiter weg ist. Nehmen wir beispielsweise die Gottschalk-Sendung, die im Ersten am Vorabend so gefloppt ist. Da hat einfach die Chemie zwischen Redaktion und Moderation nicht gestimmt. Es gibt halt keine Chris De Burgh Memes.

Wie sieht es bei „Game One“ mit der Chemie aus? Wie gehen Sie bei der Produktion vor und wie ist Ihr Verhältnis zu Viacom – Ihrem Auftraggeber?

Die Antwort – und noch viele mehr – gibt es bei DWDL.de

P.S. Mit diesem TV-Piloten (sic!) hat "Game One" den Webvideopreis 2014 in der Kategorie FYI gewonnen. Warum diese Sendung so toll ist, obwohl der Sender nicht erfreut war und Etienne selbst sagt, als Produzenten hätten er und sein Team hier versagt, kann man auch in dem Interview lesen.

Bild: MTV \ Frank Waberseck / Rocket Beans


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