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TV goes online – Teil 2: Mit Social Media auf der Suche nach dem Publikum

Stück für Stück erscheint hier mein Beitrag für den Band "Einfach Fernsehen? Zur Zukunf des Bewegtbilds" aus dem Hause Grimme. Und los geht's mit Teil 2.

Und damit wären wir auch schon mitten in der zweiten großen Herausforderung. All die vielen technischen Spielereien, Möglichkeiten und Entwicklungen verstellen nämlich leider den Blick auf das, was wirklich wichtig ist: den Inhalt. Mehr noch als um die Frage, ob man seine Videos nun bei YouTube oder Facebook einstellt, geht es zunächst einmal darum, einen neuen erzählerischen Zugang zur neuen Medienrealität des Publikums zu finden.
Man sollte sein Publikum kennen, wissen wo es sich aufhält und warum es sich eigentlich mit einem Inhalt auseinandersetzen sollte. Das Angebot ist schließlich groß genug. Nur weil man jetzt auch was mit Internet macht, wird eine Sendung noch lange nicht begehrlich. Thomas Gottschalk kann nach seinem Ausflug in den ARD-Vorabend ebenso ein Lied davon singen wie mancher TV-Produzent, der bei YouTube einen der sogenannten Original Channels ergattert hat, durch die das Videoportal mit eigenen Inhalten punkten will….


Bild: photocase.com / trt

TV goes online – Teil 1: Fernsehen und Internet werden Freunde

Wer hätte nach den ersten schwerfälligen Jahren gedacht, dass Fernsehen und Internet doch noch Freunde werden können? Nachdem das Gros der Fernsehmacher mit den Inhalten und neuen Wirkweisen im Netz anfangs nicht viel mehr anzufangen wusste, als Twitter-Einträge vorlesen zu lassen oder komische Filmchen aus Videonetzwerken zu Fernsehsendungen aufzupusten, scheint sich die Branche nun nach und nach für die neuen Möglichkeiten zu erwärmen, die das Netz mit seinen neuen Kommunikationsformen in Unterhaltung, Information und Fiktion bietet. Schlagworte wie Transmedia und Social TV geistern durch die Branche und erwecken den Eindruck, Fernsehen und Netz müssten neu erfunden werden. Dabei geht es eigentlich nur darum, die Schnittstellen auf inhaltlicher und produktioneller Ebene sichtbar zu machen und mediengerecht zu bespielen.

Während sich das klassische Fernsehgeschäft in jahrzehntelang eingeübten Strukturen und Routinen bewegt – von der Teamzusammensetzung über Herstellungswege bis zu den Abnahme- und Entscheidungsprozessen – ist die Verknüpfung des Programms mit dem Netz für viele Produzenten, Redakteure und Entscheider noch Neuland im merkelschen Sinne. Vor allem auf drei Ebenen gilt es, sich gedanklich auf eine neue Zeit einzulassen, will man Netz und Fernsehen so zusammenbringen, dass Inhalte und Storytelling funktionieren und somit der Grundstein gelegt ist, damit das Publikum zumindest ansatzweise die Möglichkeit hat, sich auch dafür zu begeistern….